Die Wiener Polizei hat
vier Männer als Hauptverdächtige für den
Überfall auf ein Spielcasino am Donnerstag, dem 11. Februar
festgenommen. Der spektakuläre Coup ereignete sich in
Wien-Leopoldstadt und hat tagelang für Furore in den Medien
gesorgt. Die vier Festgenommenen sind zwischen 22 und 49 Jahre alt und
laut der Polizei aus früheren Betrugsfällen bekannt.
Laut Angaben der Polizei sollen die Täter den
Raubüberfall vom Riesenrad im Prater aus vorbereitet haben:
Von oben sollen sie die Möglichkeit zum Eindringen in das
Casino über das Dach entdeckt haben.
Donnerstag nachts gegen 2.45 Uhr drangen die Männer
dann in das zu diesem Zeitpunkt schon leere
Casino ein und
zwangen die einzige Angestellte, die sich noch im Gebäude
befand, mit einer Waffe den Safe zu leeren. Die
31-Jährige wurde anschließend mit Klebeband an den
Händen und Füssen gefesselt. Nachdem die
Räuber verschwunden waren, gelang es der Frau, sich selbst zu
befreien und die Polizei anzurufen. 60 Stunden nach dem Vorfall konnte
sie die Täter festnehmen. Drei der Männer sind
arbeitslos, alle sind spielsüchtig und waren vor dem
Überfall hochverschuldet. Mit dem Geld von dem
Überfall beglichen sie ihre Schulden und konnten der
Versuchung nicht entkommen, sich sofort teure Luxusgegenstände
anzushaffen. Innerhalb einiger Stunden kauften sie einen Merzedes ML
mit eingebauten Bildschirmen in den Sitzen, einen Smart, neue Handys,
diverse Elektrogeräte sowie einen Fernseher mit Flachbildshirm.
Über ihren neuen Lifestyle durften sich die vier aber nicht
lange freuen. Es fiel Leuten in ihrer Umgebung auf, dass die einst ewig
Verschuldeten auf einmal recht verschwenderisch wurden. Erste Hinweise
aus dem Gauner-Milieau brachten die Polizei auf die heiße
Spur. Der Neid und der Missgunst ihrer Bekannten sowie ihre eigene
Gier wurden den Räubern zum Verhängnis. Die
Polizeit beobachtete die Verdächtigen und nahm sie unmittelbar
nach ihrer Rückkehr von einem Poker Turnier in
Bratislava fest. Es stellte sich heraus, dass von der Beute, deren
genaue Höhe die Polizei nicht nennen will, sage und schreibe
nur noch 13.000 Euro übrig geblieben waren.
Zur Zeit ermittelt die Polizei, ob die Bande auch für andere
Überfälle verantwortlich ist. In Frage kommen
dabei unter anderem die Banküberfälle in
Floridsdorf auf der Jedleseer Straße und in der
Leopoldstädter Ennsgasse, die sich nicht lange vor dem
aktuellen Vorfall ereignet haben.
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