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Stanley Ho Drucken E-Mail
Sunday, 5. July 2009
Gambling-König Stanley Ho

Stanley Ho wird am 25. November 1921 in Hongkong in einer wohlhabenden, respektablen und sehr mächtigen Familie geboren (der Familie Ho Tung AdR). In seiner Kindheit kennt Stanley keine Geldprobleme, doch als er 13 wird, macht sein Vater durch einen Börsenkrach Bankrott. Damit wird alles anders. Stanleys beiden älteren Brüder begehen Selbstmord, und der Vater verlässt das Haus. Die Mutter muss sich allein um die drei Kinder kümmern (Stanley und seine beiden großen Schwestern AdR). Als Stanley sich an einen Freund der Familie, einen Zahnarzt, wendet, fährt ihn dieser barsch an. Weinend geht der Junge nach Hause und verspricht seiner Mutter, ein bedeutender Mann zu werden und Geld zu verdienen – viel Geld...

Stanley Ho geht im Queen's College in Hongkong zur Schule, doch seine Noten sind nicht gut genug, um an einer der besten Universitäten aufgenommen zu werden. Durch den Bankrott des Vaters hat er gelernt, wie sehr der soziale Status eines Mannes von dessen Bildung abhängt. Er strengt sich sehr an, um gute Noten zu bekommen, und bekommt schließlich ein stanley_ho.jpgStipendium für die Hongkong University (er war der erste Stipendiat, der dort gewaltige Fortschritte machte AdR) Während seines Studiums konzentriert sich Stanley Ho vor allem auf Fremdsprachen und lernte perfekt Englisch, Japanisch und Portugiesisch.

Mit 22 Jahren macht der junge Ho die ersten Schritte in der Welt der Unternehmen: In einer japanischen Import-Exportfirma in Macao ist er in der Verwaltung beschäftigt. Durch seine Sprachkenntnisse kann er schon bald zum Teilhaber aufsteigen. Später bereichert sich Stanley Ho auf zweifelhafte, ja illegale Weise: Sein erstes Vermögen macht er während des Zweiten Weltkriegs mit dem Schmuggel von Luxuswaren zwischen China und Macao. Eines Tages wird ein Schiff, für das Ho die Verantwortung trägt, auf hoher See von Piraten angegriffen. Die Mannschaft wird getötet, und Ho muss den Piraten das gesamte Bargeld geben, das er bei sich hat: 300 000 Dollar. Doch während die Piraten das Geld zählen, kümmern sie sich nicht um Ho, der so die Waffen an sich bringen und das Schiff wieder unter seine Kontrolle bringen kann. Mit dieser Bravour ist sein Ruf gemacht, und er bekommt eine Million Dollar als Belohnung.

Einen Teil des Geldes investiert Ho in Öl- und Bauunternehmen. Der Bausektor erlebt zu diesem Zeitpunkt eine Boomphase, von der Ho stark profitiert. Mit mehreren Teilhabern, wie Henry Fok und Yip Hon, einer bedeutenden Persönlichkeit der Geldspiel-Branche in Macao, und dessen Schwager, kassiert Ho Lizenzgelder. Durch riesige Investitionen und das Versprechen, Tourismus und Infrastrukturen auszubauen, sichern sich Ho und seine Partner als Casino-Betreiber eine Monopolstellung. Zu Anfang der sechziger Jahre wird die Sociedade de Turismo e Diversões de Macao (STDM) gegründet. Das Lisboa Casino Hotel wird zum erfolgreichsten aller Spielkasinos, die Stanley Ho besitzt, ja zum ersten von ganz Macao. 1961 gründet Ho die Transportgesellschaft Shun Tak Holdings Ltd, die an der Börse von Hongkong gehandelt wird. Damit besitzt er eine der größten Fähren-Flotten zwischen Hongkong und Macao. Um seine Position zu sichern, investiert Ho in verschiedenen Branchen, so auch in den Macao Jockey Club. Er startet eine der ersten Fußball- und Basketball-Lotterien.

Privatleben und Beziehungen zur chinesischen Mafia
Stanley Ho ist ein glühender Befürworter der Polygamie. Er gibt offen zu, vier Frauen zu haben, die ihm 17 Kinder geboren haben. In seinem Leben hat er schon viele Tragödien erlebt – besonders schrecklich war für ihn der Tod seiner portugiesischen Frau Clementina, die 1973 auf der Straße von Guincho nach Cascais ums Leben kam. Auch sein ältester Sohn, Robert Ho, kam mit seiner Frau Melanie bei einem Autounfall ums Leben. Mit seiner Schwester Winnie, die ihn bezichtigt, ihr Dividendenauszahlungen in Höhe von 300 Millionen Dollar zu schulden, hat Stanley Ho äußerst schlechte Beziehungen. Die beiden verhandeln nur über Anwälte miteinander. Mehrere Morde in Stanley Hos Umfeld wurden nie aufgeklärt, wie der gewaltsame Tod seines Stellvertreters, dessen Leiche auf einem öffentlichen Platz in Hongkong aufgefunden wurde. Auch Hos Beziehungen zu den Triaden kommen regelmäßig auf den Tisch. Der durchtriebene Geschäftsmann hat „viele Verbündete und wenige Freunde“, und hat immer für das eigene Überleben gesorgt. Im Bandenkrieg sind an die vierzig Menschen erschlagen oder erschossen worden. In diesem Milieu ist es besser, gewisse Leute nicht gegen sich aufzubringen. An Hos Diplomatie ist dies nicht spurlos vorbeigegangen...

2001: Ein Jahr voller Dramen für Ho
In diesem Jahr verlor Stanley Ho, der seit 1962, fast vier Jahrzehnte lang, uneingeschränkt über die Welt des Glücksspiels von Macao geherrscht hatte, das Glücksspielmonopol. Als die portugiesische Enklave Macao 1999 wieder in den Besitz von China überging, öffnete die chinesische Regierung ausländischen Investoren die Tore, worin manche einen Versuch vermuteten, Hos Einfluss einzudämmen. Die Regierung hatte vor, Macao in eine Art „Las Vegas des Fernen Ostens“ zu verwandeln, und erteilte Glücksspiel-Lizenzen an ausländischen Gruppen, so auch Sheldon Adelson, der in Macao eine Replik des Venitian eröffnete. Auch der Milliardär Kirk Kerkorian investierte in der neuen Hauptstadt des Glücksspiels Milliarden von Dollar in ein MGM-Kasino.

Dennoch war Stanley Ho weiterhin der König des Glücksspiels in Macao. Im Februar 2007 kontrollierte er noch immer 40% der Branche und betrieb 18 der 28 Kasinos von Macao, darunter auch das Lisboa Casino, seinen größten Erfolg. 2008 existierten dort 31 casinos, darunter 19 Etablissements der Sociedade de Jogos de Macao (Stanley Ho AdR). Von den restlichen Spielkasinos besaß die Galaxy-Gruppe fünf, Sheldon Adelson drei, Melco zwei, und Wynn sowie Kirk Kerkorian nur je eins. Diese 31 casinos brachten ihren Besitzern in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 nahezu 10 Milliarden Dollar ein, fast ebenso viel wie in ganz 2007.

Ein Mann im Dienste Macaos und Chinas
Laut dem Magazin Forbes befand sich Stanley Ho 2008 mit einem Vermögen von schätzungsweise 8 Milliarden Dollar auf Platz 113 der Liste der reichsten Männer der Welt. Der Tycoon ist eine wichtige Persönlichkeit in Macao; als die Olympische Fackel durch die neue internationale Hauptstadt des Glücksspiels getragen wurde, fungierte Ho als zweiter - und ältester - Fackelträger. Der 86jährige Sportfan, der täglich schwimmt und Tennis spielt, lief mit der brennenden Fackel 200 Meter, bevor er sie an den nächsten weitergab. Wie der erklärte, nur eine geringe Anstrengung für ihn.

Stanley Ho trug auch dazu bei, mehrere um 1800 gefertigte Statuetten sowie den berühmten Kaninchen- und den Mäusekopf, die im 19. Jh. von ausländischen Truppen gestohlen wurden, wieder in sein Land zurückzuholen. 1860 plünderten alliierte englische und französische Truppen den alten Sommerpalast (Yuanmingyuan) und setzten ihn in Brand. Der Kaninchen- und der Mäusekopf gehörten zu einer Gruppe von insgesamt 12 Tierköpfen, von denen dank Hos Bemühungen inzwischen fünf wieder in China sind. Letztes Jahr gab Ho die beachtliche Summe von 8,8 Millionen Dollar für einen Pferdekopf aus, den er dem chinesischen Staat schenkte. Die Regierung begrüßte diese „patriotische Geste“ und weigert sich gleichzeitig, selbst für solche Stücke Geld auszugeben.

Durch Stipendien für Studenten und den von ihm gegründeten Guangzhou Education Fund fördert Stanley Ho Studium und wissenschaftliche Forschung. Mit der Universität Hongkong, wo er selbst einst studierte, unterhält er persönliche Beziehungen. Als Gast bei den Feiern zum 90. Geburtstag der Hochschule sprach er öffentlich von seinem Leben und seinen ersten Schritten an der Universität. Für Pembroke College, Oxford, spendete er 2,6 Millionen Pfund Sterling.

Stanley Ho ist der erste Chinese, nach dem eine Straße in Portugal benannt wurde. Macao war bis zur Rückgabe an China im Jahr 1999 eine portugiesische Enklave. Doch auch zwischen Portugal und dem Tycoon selbst bestehen enge Bande. Daher beschloss der Bürgermeister von Cascais, eine Straße nach diesem zu benennen: die Avenida Dr. Stanley Ho. Eine einzigartige Ehre, die Ho seinen Bemühungen um die Entwicklung des Tourismus in der Provinz Cascais verdankt.

Der 1,5 kg-Trüffel für 330 000 Dollar
Vor kurzem kam Stanley Hos Name während einer ganz besonderen Versteigerung wieder ins Gespräch: Ein Italiener hatte einen 1,5 kg schweren Trüffel gefunden, der gleichzeitig in London, Macao und Florenz versteigert wurde. Der „König des Glücksspiels“ machte mit 330 000 Dollar das höchste das Gebot und konnte den riesigen, kostbaren Pilz nach Hause tragen – eine gute Werbung für seine Spielkasinos, die daraufhin in den Zeitungen natürlich auch wieder zur Sprache kamen

© Casinoweb
 

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