Sheldon Adelson
Sheldon Adelson ist eine bedeutende Persönlichkeit der
internationalen Casino-Branche. Der Milliardär gehört
zu den reichsten Männern der Erde (nach Forbes nahm er 2007 er
den 6. Platz auf der Liste ein AdR). Auch ihm wurde der Reichtum nicht
in die Wiege gelegt: Er kam 1933 als Sohn eines jüdischen
Taxifahrers auf die Welt, die Mutter hatte einen Laden für
Stricksachen. Adelson wuchs in Dorchester auf, einem armen Vorort von
Boston, Massachusetts. Mit 12 lieh er sich 200 Dollar und begann, auf
der Straße Zeitungen zu verkaufen –so tat er seine
ersten Schritte als Geschäftsmann.
Bald erwies er sich als hervorragender Geschäftsmann. Er wurde
Kreditmakler, später Investment- und Finanzberater. Insgesamt
gründete er während seiner Laufbahn an die
fünfzig verschiedenen Unternehmen, doch einer seiner besten
Coups war die Informatikmesse COMDEX (Computer Dealers Exhibition AdR),
die er 1979 in Las Vegas gründete. Die erste COMDEX, die sich
im Laufe der Jahre zu dem größten Event der
Computerbranche entwickelte, fand im MGM Grand (heute Bally AdR) statt.
1987 fanden sich 100 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt ein, ein Jahr
später waren es 125 000. Die COMDEX schaffte

sogar den Sprung
ins Ausland: Auch in Europa und Japan fanden bald Informatikmessen
statt. Das Unternehmen machte einen Nettogewinn von 250 Millionen
Dollar. 1995 trennte sich Adelson von seinem
„Baby“, das er für stattliche 860
Millionen Dollar an das japanische Unternehmen Softbank verkaufte.
Adelson, nun ein reicher Mann, beschloss, ab jetzt seine gesamte Zeit
einem neuen Boomsektor zuzuwenden: den Spielkasinos. Bereits 1988 hatte
er dem Milliardär Kirk Kerkorian für 128 Millionen
Dollar das Hotel-Casino Sands in Las Vegas abgekauft.
Adelson revidierte die Unternehmensstrategie, verpasste dem Sands eine
Finanzspritze von 150 Millionen Dollar, schuf ein brandneues
Shopping-Center und baute das Hotel gänzlich um. Ein
Kongresszentrum, das im Hotel eröffnet wurde und in dem die
Shows von Interface (einer weiteren Firma Adelsons AdR) stattfanden,
kostete weitere 60 Millionen Dollar. 1996 riss Adelson das Sands Hotels
& Casino ab und ersetzte es durch ein neues Spielkasino,
für das er Venedig zum Vorbild nahm: The Venetian, das 1999
eröffnet wurde - mit einem echten Wasserlauf und Gondeln der
Stadt der Verliebten nachempfunden. Das Venetian Hotel war eins der
größten Kasinokomplexe von Las Vegas, ein echtes
Ungetüm von einem Spielkasino, dessen Eröffnung auf
allen Titelblättern der Welt angekündigt wurde. Im
Jahr 2004 entstand nördlich des Venetian der Palazzo mit 3000
Zimmern, für den Adelson fast 1,8 Milliarden Dollar
hinblätterte. Hier investierte er in ein Konzept, bei dem sich
nicht alles um das Glücksspiel drehte; hier ging es um
Entertainment generell: Konzerte, Salons für Kongresse,
Restaurants und Shopping-Zentren. Damit erwies sich Adelson als echter
Visionär: Er hatte als erster verstanden, wie viel Gewinn aus
einem Komplex zu ziehen war, bei dem es nicht nur ums
Glücksspiel, sondern um globales Vergnügen und
Entertainment ging.
Für Sheldon Adelson, den Chef der prestigeträchtigen
Las Vegas Sands Corporation, war Macao das nächste
internationale Casino-Eldorado. Als die Regierung von Macao begann,
Lizenzen an ausländische Kasinobetreiber zu vergeben, griff
Sheldon Adelson die Gelegenheit beim Schopf und baute dort ein
Spielkasino. Jahrzehntelang war der Milliardär
Stanley Ho
monopolistischer Herrscher über sämtliche casinos von
Macao gewesen, doch nun machten ihm amerikanische Konkurrenten wie
Sheldon Adelson in seinem eigenen Markt Konkurrenz. Adelson erhielt als
erster Amerikaner eine Glücksspiel-Lizenz in Macao und
gründete 2004 für die bescheidene Summe von 250
Millionen Euro das Sands Macao. Bei der Eröffnung dieses
Glücksspiel-Tempels stürzten sich 30 000 Chinesen auf
die 800 Spielautomaten und 350 Spieltische und lösten dabei
fast einen Aufstand aus. Heute hat das Sands etwa 20 000 Besucher am
Tag. Alles ist auf die Kultur und Bräuche der Chinesen
zugeschnitten. So gibt es z.B. keinen 4. Stock, denn die 4 ist in China
eine Unglückszahl wie bei uns die 13. In seinem
nächsten Schritt eröffnete Adelson in Macao
für nicht weniger als 1,5 Milliarden Euro eine identische
Replik des Venetian aus Las Vegas, mit Allround-Entertainment am selben
Ort für Touristen und Glücksspiel-Fans: Hotels,
Shows, Boutiquen, Restaurants – eine echte Stadt in der
Stadt. Die gigantische Investition hat sich innerhalb
kürzester Zeit amortisiert (nur 18 Monate AdR) und
dürfte Adelson künftig Milliarden Dollar Gewinn
eintragen. Fachleute rechnen damit, dass die Besucher der ehemaligen
portugiesischen Enklave bis 2010 in der Entertainment-Branche 24
Milliarden Dollar ausgeben werden. The Venetian Macao kommt mit
Schwindel erregenden Zahlen einher: 350 Boutiquen, 3000 Hotelsuiten,
850 Spieltische, 45 000 Spielautomaten, 30 Restaurants und ein Stadion
mit 15 000 Plätzen. Entertainment ist ein wichtiger
Umsatz-Posten; in Sheldon Adelson casinos finden weltbekannte Events
statt. So können die Gäste im Venetian Macao die
chinesische Show Zaia des Sonnenzirkus und im casino des Venetian von
Las Vegas die Blue Man Group live erleben.
Der amerikanische Spielkasino-Magnat hat nicht vor, sich nur auf USA
und Macao zu beschränken: Es ist ihm gelungen, eine
Glücksspiel-Lizenz in Singapur zu ergattern. Für sein
neues Spielzeug, das Marina Bay Sands in Singapur, hat er bereits 3,5
Millionen Dollar ausgegeben. In der ganzen Welt sollen
Entertainment-Komplexe nach seinem Konzept von Las Vegas und Macao
entstehen - mit Restaurants, Diskotheken, Shopping-Centre,
Spielkasinos, Konzerthallen und Kongresszentren. Der Umsatz der
eigentlichen Spielkasinos macht nur 40% des Gesamtumsatzes aus. Das
amerikanische Konzept, das sich seit Jahrzehnten bewährt hat,
wird auch von den casinos in Frankreich kopiert.
Der Familienclan
Sheldon Adelson hat fünf Kinder und ist seit 1991 mit Dr.
Miriam Ochshorn verheiratet, die in Tel Aviv geboren wurde und sich auf
die Auswirkungen von Drogen auf das Immunsystem spezialisiert hat. Ihre
Eltern, Menucha und Simha Farbstein, verließen Polen, bevor
Millionen von Menschen dort der Shoah zum Opfer fielen. Viele
Mitglieder der Familie kamen im Holocaust ums Leben. Miriam Ochshorn
studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem
und hat einen Abschluss in Mikrobiologie und Genetik. Während
ihres zweijährigen Militärdienstes war sie in der
biologischen Forschungsabteilung tätig. Nach Ende ihrer
Militärzeit nahm sie ihr Medizinstudium wieder auf. Im Laufe
der Jahre spezialisierte sich Miriam Adelson auf die Behandlung der
Drogensucht. Heute leitet sie zwei Zentren, in denen medizinische
Forschung über Drogensucht betrieben wird, die Dr. Miriam and
Sheldon G. Adelson Clinics Research. Weltweit gibt es zwei derartige
Zentren, eins in Tel-Aviv in Israel, das Sourasky Medical Centre, und
das zweite in Las Vegas, Nevada. In beiden wurden bereits tausende von
Suchtpatienten behandelt, insbesondere Kokain- und
Heroinsüchtige. Weitere von den Adelsons finanzierte und
geleitete Kliniken werden derzeit eröffnet.
Enge Beziehungen zu Israel
Sheldon Adelson ist ein enger Freund und begeisterter Anhänger
des ehemaligen israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu
(Vorsitzender der Rechtspartei Likud, AdR). Adelson, der mit einer
Israelin jüdischen Glaubens verheiratet ist, hat nie mit
seinem Engagement für Israel hinter dem Berg gehalten und
gehört zu den großzügigsten Spendern des
Staates. Mit Spenden in Millionenhöhe finanziert er jedes Jahr
das Programm Taglit, das jungen Leuten von 18 bis 26 Jahren aus der
ganzen Welt hilft, eine erste Reise nach Israel zu machen. Zur Feier
des 60. Jahrestages der Staatsgründung spendete Adelson 60
Millionen Dollar. Manche Erklärungen des Amerikaners haben
Polemiken ausgelöst, insbesondere seine offene Kritik an der
Haltung des AIPAC (American Israel Public Affairs Committee)
gegenüber den Palästinensern (Adelson gehört
zu den großzügigsten Spendern des AIPAC AdR).
Politisch ist er eindeutig rechts orientiert und nimmt kein Blatt vor
den Mund, wenn es um die israelische Politik geht, insbesondere den
Rückzug aus dem Gaza-Streifen: Er ist absolut gegen den
Rückzug Israels aus Gaza.
Sheldon Adelson mit seinem kometengleichen Aufstieg hat hart
gearbeitet, um eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der
Welt der Spielkasinos zu werden. Er hat ein gigantisches Imperium
aufgebaut und ein riesiges Vermögen geschaffen. Aber unter all
denen, die in der weltweiten Wirtschaftskrise von September 2008
Verluste in Milliardenhöhe erlitten, verlor er innerhalb
kürzester Zeit am meisten. Insgesamt 17 Milliardäre
haben laut dem US-Magazin Forbes über eine Milliarde Dollar
eingebüßt (während Warren Buffet acht
Milliarden verdient hat AdR); Sheldon Adelson soll gleich vier
Milliarden verloren und sein Vermögen damit von 15 auf 11
Milliarden Dollar verringert haben. Er besitzt jedoch immer noch genug
Geld, um sein Leben auf das Angenehmste zu beenden und seiner Familie
für mehrere Generationen einen mehr als ansehnlichen
Lebensstandard zu sichern.
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