2009: Ein spannendes Jahr in
der -Welt
2009 wird ein entscheidendes Jahr für alle s in
Frankreich. In diesem Jahr werden die online casinos gesetzlich
zugelassen, was heute in Frankreich noch nicht wirklich der Fall ist.
Da die Gesetzgebung im Zusammenhang mit Online-Spielen ein wenig unklar
ist, wollte die Regierung die Situation ein für alle Mal
klären. Über Affären wie 888 und Bwin ist
viel geredet und geschrieben worden, vor allem, als über
Norbert Teufelberger und Manfred Bodner (die Leiter von Bwin) im
September 2006 ein Untersuchungsverfahren verhängt wurde.
Ende 2006 kam die Debatte über Online-Spiele ins Rollen und
wurde von den Medien aufgegriffen, welche die Frage nach der
Legalität dieser Spiele stellten. Es fiel der EU schwer, sich
unisono über dieses brenzlige Thema zu
äußern. Zwei Seiten standen sich gegenüber:
einmal die Befürworter von Online-Spielen wie
Großbritannien und Malta, in denen viele online
casino-Gesellschaften ihren Sitz haben (B3W, Bwin, Unibet etc), und auf
der anderen Seite die Gegner solcher Spiele, allen voran Frankreich,
zumindest bei Beginn.
Manche Spiel-Websites, z.B. Bwin, wollten die Gelegenheit ergreifen und
beweisen, dass die französische Regierung Online-Spielen
gegenüber zwei verschiedenen Messlatten ansetzt. La
Française des Jeux (FDJ) und Pari Mutuel Urbain (PMU) haben
seit sehr langer Zeit in Frankreich das Staatsmonopol für
Glücksspiele. Um die Millionen Euro Einnahmen zu
schützen, die auf diese Weise jedes Jahr in die Staatskasse
fließen, ließ die französische Regierung
sich lange bitten, das Unerklärliche zu erklären. Wie
kann man Websites für Online-Sportwetten verbieten und sie als
ungesetzlich ansehen, obwohl FDJ und PMU in aller
Öffentlichkeit für ihre Online-Spiele werben? Die
Akteure der online casinos und der virtuellen Sportwetten und
Pokerspiele machten zusammen Druck auf Brüssel, wobei sie sich
auf eines der grundlegenden Elemente der Europäischern Union
stützten: den freien Dienstleistungsverkehr. Frankreich stand
also mit dem Rücken an der Wand.
Die Lobbies ihrerseits machten Druck auf die Entscheidungstreffer und
belegten die Verlässlichkeit und Seriosität der
wesentlichen Akteure auf dem Markt der Onlinespiele, die durchaus
bereit sind, Steuern und Gebühren für die von ihnen
betriebenen Spiellizenzen zu zahlen.
Eric Woerth
verkündet die lange erwartete Nachricht
Paris hat seine Entscheidung hinausgezögert und ist von
Brüssel, insbesondere dem europäischen Kommissar
für den Binnenmarkt, Charlie McCreevy, einem großen
Anhänger von Pferderennen, mehrmals gemahnt worden. Und als
dann eines Tages die Drohung kam, die Angelegenheit vor den
Europäischen Gerichtshof zu bringen, ging alles sehr schnell.
Im Juni 2008 hat sich die Regierung Sarkozy entschieden, und der
Haushaltsminister Eric Woerth hat bekannt gegeben, dass der
französische Markt sich für ausländische
Betreiber öffnet. Im Klartext hieß es:
„Drei Bereiche der Online-Spiele werden dem Wettbewerb
geöffnet: Sportwetten, Wetten auf Pferderennen und manche
casinospiele, unter anderem Poker".
Der Gesetzesentwurf sollte dem Parlament im Herbst 2008 vorgelegt
werden, und ab dem 2. Halbjahr 2009 sollte sich der Markt
öffnen.
Die Gruppen, welche online casinos und herkömmliche casinos
betreiben, freuen sich über diese Bekanntmachung; FDJ und PMU
werden jetzt wie alle anderen Betreiber behandelt, insbesondere
Websites für Pferderennen. Das Projekt, den
französischen Markt zu öffnen, hat auch Gegner, die
das Argument vorbringen, es bringe die Pferdezucht und die Rennen sowie
Hunderte von Arbeitsplätzen in Gefahr.
Eric Woerth hat angekündigt, dass die Öffnung des
französischen Spielmarktes eng überwacht und genau
mitverfolgt wird. Eine besondere Instanz soll damit beauftragt werden,
die Anträge der einzelnen Gruppen: online casinos, Pokerspiele
und Sportwetten, zu analysieren. Gesellschaften, die ihre Dienste in
Frankreich anbieten wollen, müssen ein sehr strenges
Lastenheft und Transparenzkriterien einhalten. Websites mit einer
europäischen Lizenz, z.B. Bwin, Roxy Palace und Spin Palace
(mit einer Lizenz aus Malta A. d. V.) erhalten nicht automatisch Zugang
zum französischen Markt. Obwohl Malta Firmen für
Online-Spiele gegenüber sehr hohe Anforderungen stellt,
möchte Frankreich lieber selbst jeden Kandidaten
kontrollieren, der französischen Spielern seine Dienste
anbieten will.
Herkömmliche
casinos im Wettlauf nach Lizenzen
Die französischen casinos haben dieser Entscheidung
vorgegriffen, manche sogar mehrere Jahre. Die Gruppe Partouche
gehörte zu den stärksten Anhängern der
Öffnung des Marktes für Online-Spiele, und Patrick
Partouche hat seine Meinung über Online-Spiele in mehreren
Fernsehsendungen zum Ausdruck gebracht. Im Laufe der positiven Zeichen
der Regierung im Zusammenhang mit der Gesetzgebung über
Online-Spiele haben immer mehr Akteure bekannt gegeben, dass auch sie
sich beteiligen wollen. Die größte Gruppe
für herkömmliche casinos, die Gruppe
Barrière, hat wissen lassen, dass sie bereit ist
für den Tag, an dem sich der Markt öffnet. Sie hat
begonnen, in Erwartung der neuen Gesetzgebung eine Fun-Version
für ein (mehrere?) online casino(s) für das
französische Publikum einzurichten. Hier können die
Spieler mit Spielgeld spielen und sich so mit den vielen casinospielen
vertraut machen. Anhand der Fun-Version lernen sie die Plattform, die
Spiele und die diversen Funktionalitäten kennen. Sobald die
Entscheidungsinstanzen grünes Licht geben, sind diese casinos
dann für Spiele mit echtem Geld verfügbar.
Auch die anderen casino-Gruppen stehen an der Startlinie und wollen
ihren Teil an einem Kuchen, der auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr
geschätzt wird.
Die Gruppen der herkömmlichen casinos haben alle ihr Augenmerk
auf die Online-Spiele gerichtet, die Zukunft der casinos, wenn man den
Experten glaubt. Es kann durchaus sein, dass Anhänger
herkömmlicher casinos sich ebenfalls den Online-Spielen
zuwenden, selbst wenn nichts die Atmosphäre und Wärme
eines „echten“ casinos ersetzen kann.
Die herkömmlichen casinos haben den unzähligen auf
Internet zu findenden Online-Kasions gegenüber einen Vorteil:
die Verbindung zum Staat. Die in Frankreich niedergelassenen Gruppen
Barrière, Partouche, Tranchant, Joa Casinos (Ex Gruppe Moliflor)
und Cogit sind alle beim Allgemeinen Nachrichtendienst bekannt. Sie
werden kontrolliert, und regelmäßig werden Berichte
an die Spitze der Pyramide gesandt. Diese Gruppen erhalten automatisch
eine Spiellizenz, denn der Staat weiß genau, wer hinter ihnen
steht, und wie verlässlich sie sind.
Ein Schwachpunkt der neuen casinos liegt ihrer mangelnden Kenntnis der
Praxis. Online casinos gibt es schon seit –zig Jahren im
Internet, und sie kennen alle Tricks, um sich in diesem
wettbewerbsintensiven Milieu durchzusetzen. Gruppen wie Euro Partners
(ggf. mit unfairen Vorgehensweisen gegenüber den Partnern),
Wagershare, Intercasino und Party Gaming haben im Laufe der Zeit eine
wesentliche Erfahrung gesammelt, dank derer sich ihre casinos im
Universum der Online-Spiele durchgesetzt haben. Manche online
casinogruppen haben keine eigene Marketingabteilung und vergeben diesen
Bereich an externe Agenturen. Diese Marketingfirmen sind in
Onlinespielen spezialisiert und kennen die boomende Industrie in- und
auswendig. In E-mailing spezialisierte Agenturen und Filialen gibt es
viele, und Know-how kommt erst mit der Zeit. Diese Agenturen haben eine
so große Kenntnis der Praxis, dass herkömmliche
casinos, die eine Online-Version einrichten wollen, keine andere Wahl
haben als mit einer Agentur zusammenzuarbeiten, welche die virtuelle
Welt ganz genau kennt.
Um ihren Erfolg sicher zu stellen, sollten die herkömmlichen
casinos sich mit Gruppen zusammentun, die in diesem Thema Experten
sind. Diese Strategie ist für beide Parteien von Vorteil. Die
herkömmlichen casinos profitieren von der Erfahrung und den
Beziehungen der casinos, die im Internet schon präsent sind.
Die
online
casinos ihrerseits brauchen sich nicht um den Erhalt einer
Lizenz zu kümmern, da die französischen casinos bei
den Behörden sehr gut bekannt sind.
Dank derartiger Partnerschaften sowie dank der Tatsache, dass online
casinos jetzt in Frankreich legal werden, wird die Anzahl der Besucher
in den online casinos 2009 rasant ansteigen. Die Franzosen
dürften sich in den von den bekannten Gruppen
herkömmlicher casinos eingerichteten Online-Versionen tummeln,
deren Sites bestimmt wunderschön werden.
Die strategische Verbindung zwischen herkömmlichen
französischen casinos und im Internet spezialisierten
Marketingfirmen (Marketingagenturen, welche die Werbung ihrer Kunden:
online casinos, Online-Pokerspielsäle oder Sportwetten A. d.
V. kreieren), ist eine unentbehrliche Voraussetzung für
raschen Erfolg im Milieu der Online-Spiele.
Aber nicht nur herkömmliche casinos interessieren sich
für die Online-Version. Bekannte Namen wie Vivendi, Orange,
SFR und TF1 haben ebenfalls ihr Augenmerk auf die virtuelle Welt
gerichtet, um ihre Einnahmen zu optimieren. Stephane Courbit, einst
Stützpfeiler bei Endemol (eine in der Konzeption von Reality
Shows spezialisierte Gesellschaft: Loft Story, Secret Story; Star
Academy), hat die Online Wettfirma Betclic aufgekauft. Diese Firma hat
sich nicht nur auf Sportwetten konzentriert, sondern auch auf online
casinos und virtuelle Pokerspielsäle.
In den kommenden Monaten werden im Universum der Online-Spiele tief
greifende Änderungen vor sich gehen; es heißt,
mehrere Milliarden Euro stehen auf dem Spiel. Die großen
Akteure sind schon darauf vorbereitet, sich in die Arena zu
stürzen, wie z.B. die Gruppen Partouche und
Barrière oder Persönlichkeiten wie
Stéphane Courbit. Die Konkurrenz wird hart, und wer den Zug
verpasst, kann das in einer virtuellen Welt, die sich rasant
ändert und auf Nachzügler nicht wartet, nicht wieder
wettmachen.
Ende 2009 werden wir eine den Markt der Online-Spiele analysieren
können, in dem sich so rasant so viel ändert und der
mit so vielen Überraschungen aufwartet. Fortsetzung folgt.
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